Die Schlossanlage in Vršovice liegt oberhalb einer Flussschleife der Eger („Ohře“) in Nordböhmen, im Bezirk Louny in der Region Ústí. Sie besteht aus einem Renaissance- und Barockschloss in Vierflügelbauweise mit rund 2.600 m² Nutzfläche, mehreren vorgelagerten Wirtschaftsgebäuden mit etwa 2.500 m² sowie einem knapp 1,6 Hektar großen Grundstück.
Historisches
Bereits 1419 wird an dieser Stelle eine befestigte Anlage erwähnt. Der heutige Schlossbau entstand in den 1620er Jahren unter Volf Ilburk von Wřesowitz, dessen Wappen mit der Jahreszahl 1628 über dem Hauptportal erhalten ist. In den Jahren 1735–36 wurde das Schloss barock umgestaltet und 1871 erneut verändert und umgebaut. Letzter Eigentümer war die fränkisch-böhmische Adelsfamilie Schwarzenberg, in deren Besitz sich das Gut bis 1924 befand.
Markante Merkmale der repräsentativen Hofseite der geschlossenen Vierflügelanlage sind die Renaissancegiebel. Der Mittelbau war einst von einer barocken Dachlaterne bekrönt. Trotz des schlechten Zustands ist noch originale Substanz vorhanden, darunter barocke Türen, profilierte Holzeinfassungen, frühbarocke Stuckdecken, Fachwerk, Gewölbe und historische Fußböden.
Im Erdgeschoss befinden sich unter anderem eine schwarze Küche, drei Tonnengewölbekeller und ein erhaltener Eiskeller. Im Obergeschoss liegen mehrere Wohnräume sowie eine Kapelle, deren Baukörper aus der Fassade hervorragt.
Zustand und mögliche Entwicklungsprojekte
Ein Teil der Wirtschaftsgebäude wurde saniert. Die weitere Sanierung der Anlage erfordert erfahrene Projektentwickler mit den nötigen Ressourcen. Fördermittel können für die Restaurierung beantragt werden. Die behördlichen Vorgaben zur zukünftigen Nutzung sind flexibel: Vom Wohnprojekt bis zu innovativen Konzepten mit repräsentativem Charakter und Platzbedarf ist vieles möglich.